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Die Wechselkröte kehrt zurück

16. September 2026 — Die sieben bis zehn Zentimeter große Wechselkröte gehört zu den auffälligsten Amphibienarten Mitteleuropas. Als wärmeliebende Art bevorzugt sie trockenwarme, sonnige Lebensräume und pflanzt sich in flachen, vegetationsarmen und sich schnell erwärmenden Gewässern fort. Außerhalb der Laichzeit sucht sie Schutz unter Steinen, Totholz oder in selbstgegrabenen Verstecken.

Im Untertravegebiet und auf der Insel Poel war die Wechselkröte früher weit verbreitet. In den vergangenen Jahrzehnten gingen die Bestände jedoch deutlich zurück. Auch auf der Insel Poel, die einst für ihre große Wechselkrötenpopulation bekannt war, blieben die charakteristischen Rufe der Männchen zunehmend aus. Die genauen Ursachen für den Rückgang sind bislang nicht vollständig geklärt. Als möglicher Faktor gilt unter anderem die Veränderung oder Aufgabe der Beweidung von Salzgrünland und anderen Dauergrünlandflächen.

Umso erfreulicher war ein überraschender Fund in einer ehemaligen Kiesgrube am Dummersdorfer Ufer in Lübeck: 2024 wurden dort erstmals wieder Wechselkröten nachgewiesen. Während 2025 zwar einzelne rufende Männchen beobachtet wurden, konnte kein Laich gefunden werden.  Die Population 2026 entwickelt sich besonders erfreulich.

Allein in der vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V. betreuten und durch Beweidung gepflegten ehemaligen Kiesgrube konnten 30 bis 50 geschlechtsreife Wechselkröten festgestellt werden. Sie produzierten zehntausende Larven, aus denen sich zahlreiche Jungtiere entwickelten. Damit zeigt sich eindrucksvoll, welches Potenzial geeignete Lebensräume und eine angepasste Landschaftspflege für den Erhalt dieser selten gewordenen Amphibienart haben.

Auf diesen Erfolg wollen wir aufbauen. Gemeinsam mit spezialisierten Fachbüros sollen im gesamten HOTSPOT28-Gebiet geeignete Lebensräume für Wechsel- und Kreuzkröte geschaffen und verbessert werden. Dazu gehört die Regeneration verlandeter ehemaliger Laichgewässer ebenso wie die Neuanlage geeigneter Kleingewässer auf beweidetem Küstengrünland. Ziel ist es, die stark zurückgegangenen Populationen langfristig zu stabilisieren und ihnen wieder geeignete Lebensräume zu bieten.

 

 

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