Vogel des Monats: April
7. April 2026 — Der Rotschenkel – Bewohner unserer Feuchtwiesen und Küsten
Der Rotschenkel ist ein typischer mittelgroßer Watvogel und vor allem in offenen, feuchten Landschaften zu Hause. In Deutschland findet man ihn besonders im Norden – an den Küsten des Wattenmeers, auf Salzwiesen sowie auf feuchten Wiesen und in Moorgebieten im Binnenland. Im Bereich der Westmecklenburgischen Inselküste brüten noch ca. 20-30 Paare in den Schutzgebieten der Wismar-Bucht, vor allem auf den Inseln Langenwerder, Kieler Ort und in den Gollwitzer Wiesen. Seit 2020 brüten Rotschenkel mit 2-4 Paaren auch wieder regelmäßig am südlichen Priwall.
Sein auffälligstes Merkmal sind die langen, leuchtend roten Beine, die ihm auch seinen Namen geben. Dazu kommt ein schlanker, mittellanger Schnabel, der an der Basis ebenfalls rötlich gefärbt ist. Sein braun-grau gesprenkeltes Gefieder wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, bietet ihm aber eine perfekte Tarnung in seiner natürlichen Umgebung. Typisch sind auch seine lauten flötenden und jodelnden Rufe, mit dem er sein Revier verteidigt und vor Gefahren warnt.
Der Rotschenkel ernährt sich vor allem von Insekten, Würmern, kleinen Krebstieren und anderen wirbellosen Tieren. Diese sucht er im weichen Boden oder im flachen Wasser, wo er mit seinem Schnabel gezielt nach Nahrung stochert.
Als Zugvogel verlässt ein Großteil der Rotschenkel im Herbst Deutschland und überwintert in milderen Regionen Westeuropas oder sogar bis nach Afrika. In besonders milden Wintern bleiben einige Tiere auch hier, vor allem in Küstennähe.
Doch der Lebensraum des Rotschenkels ist zunehmend bedroht. Entwässerung, intensive Landwirtschaft und der Verlust von Feuchtgebieten setzen ihm zu. Dabei ist er ein wichtiger Indikator für intakte Landschaften – dort, wo der Rotschenkel vorkommt, sind die Lebensbedingungen für viele Arten noch günstig.