Direkt zum Inhalt springen
Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e.V. Logo
Menü
Betreuungs- und Informationszentrum für Naturschutz und Umweltbildung

Naturwerkstatt Priwall

Entdecken Sie mit Führungen und Workshops die faszinierende Natur des Priwalls.

Naturwerkstatt Priwall

Betreuungs- und Informationszentrum für Naturschutz und Umweltbildung 

Die Naturwerkstatt Priwall befindet sich direkt am Rande des 1998 ausgewiesenen Naturschutzgebietes „Südlicher Priwall“. Sie entstand aus dem Wunsch des Vereines heraus, als offizieller Schutzgebietsbetreuer auch direkt vor Ort vertreten zu sein, um ökologische Entwicklungen beobachten sowie Naturschutz- und Landschaftsflegemaßnahmen umsetzen und anpassen zu können. Seit der Fertigstellung eines ersten Bauabschnittes im Jahr 2015 wird der Naturschutz auf dem Priwall von hier aus koordiniert.

Nach drei Jahren Bauzeit wurde dann 2021 der zweite Bauabschnitt eröffnet, der unter anderem das Foyer, den Naturshop, Büros sowie einen Seminarraum beinhaltet. Auch die interaktive Dauerausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ ist hier angesiedelt, die über die faszinierende Natur des Priwalls und über die historische Entwicklung dieser Halbinsel zu einem bedeutenden Küstenvögelhabitat informiert.   

Neben den Naturschutzzielen stellen unter dem Dreiklang „beobachten — entdecken — verstehen“ Umweltbildung und Naturpädagogik die zweite Säule der Naturwerkstatt dar. Unsere naturkundlichen Führungen, Workshops, Rallyes, Wanderungen, Radtouren, Bootsfahrten und Vorträge richten sich an verschiedenste Altersklassen und Zielgruppen. Im Veranstaltungskalender sind die zahlreichen öffentlichen Veranstaltungstermine aufgelistet – doch selbstverständlich können die Angebote auch für Kitagruppen, Schulklassen und Reisegruppen sowie im Rahmen von Kindergeburtstagen, Betriebsausflügen oder ähnlichem gebucht werden. Gerne erstellen wir je nach Wunsch und Anforderung auch individuelle Programme; kontaktieren Sie uns dafür gerne.

So finden uns

Naturwerkstatt Priwall
Fliegerweg 5–7
23570 Lübeck

  • Telefon: 04502 / 999 6465
  • E-Mail: info@naturwerkstatt-priwall.de 

 

Öffnungszeiten und Preise

  • Dienstag–Sonntag: 10–16 Uhr
  • Der Eintritt in die Naturwerkstatt Priwall und deren Dauerausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ ist frei. Über kleine Spenden freuen wir uns aber sehr.

Übersicht

Personengruppe auf Aussichtsplattform aus Holz, Blick Richtung Landschaft, sonniger Tag

Angebote

Angebote Habt ihr Lust, den Priwall und seine vielen verschiedenen Lebensräume kennenzulernen?  Dann kommt doch mal bei einer unserer Führungen im Naturschutzgebiet mit oder besucht einen unserer ...
Ausstellungsraum mit Info-Tafeln, Vitrinen und interaktiver Mittelstation zu Raum und Zeit

Ausstellung

Die Ausstellung „Vogelleben zwischen Fluss und Meer“ erzählt von der faszinierenden Natur des Priwalls, seiner wechselvollen Geschichte und von der Bedeutung, die er für die Vogelwelt hat. ...

Ziele

Schon viele Jahre betreut der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V. den Priwall und die Pötenitzer Wiek. Seit 2009 sind wir offizieller Schutzgebietsbetreuer für das Naturschutzgebiet „Südlicher Priwall“ und versuchen, auf Grundlage jahrelanger Beobachtung und praktischer Erfahrungen zahlreiche Projekte zum Schutz oder zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt zu initiieren. Diese werden in Kooperation mit den zuständigen Naturschutzbehörden und weiteren Akteuren selbst durchgeführt oder begleitet.

Projekte

Wiesenvogelschutz

Noch in den 1960er Jahren war der Priwall ein Vogelparadies für verschiedene Wiesenvogelarten und auch der mittlerweile stark gefährdete Kiebitz (Vanellus vanellus) brütete mit bis zu 100 Paaren auf der circa 33 Hektar großen Priwallwiese. Das Anpflanzen von Hybridpappeln sorgte jedoch für eine Verdrängung des Kiebitzes und vieler weiterer Arten, wie dem Rotschenkel und Kampfläufer, die als bodenbrütende Arten auf offene Feuchtwiesen ohne hohe Vegetationsstrukturen angewiesen sind. Erst mehrere Sturmhochwasser und der damit einhergehende Einfluss von Salzwasser ließen einige Pappeln absterben, sodass das Gebiet seit 2007 wieder vom Kiebitz angeflogen und als Brutgebiet genutzt wird. Ein weiteres Problem stellte jedoch der Fuchs dar, der die Gelege der bodenbrütenden Art räuberte.

Seit 2015 wird somit ein Teil der Wiese während der Brutzeit eingezäunt, um die Nester vor Füchsen, Dachsen, Marderhunden und Wildschweinen zu schützen. Angefangen von kleinen Einzäunungen rund um die einzelnen Nester werden mittlerweile ca. 15 Hektar rund um die große Blänke großflächig gesichert. Mit Erfolg, denn immer mehr Kiebitze kehren als Brutvögel auf den Priwall zurück. Aber nicht nur der Fuchs macht den Wiesenvögeln zu schaffen: Die zunehmende Trockenheit ist ein weiteres Problem. Gerade die jungen Küken benötigen flache Schlammbereiche, in denen sie nach Insekten stochern können.

Mit vielen engagierten EhrenamtlerInnen haben wir im Herbst 2019 per Handarbeit einen Damm errichtet, der das Wasser im Frühjahr länger auf der Wiese anstaut. Dies kam nicht nur dem Kiebitz zugute, sondern auch vielen anderen Wasservögeln, wie dem Kampfläufer, Bruchwasserläufer oder Brandgänsen, die wochenlang auf der Priwallwiese rasteten. Auch ehemalige Brutvögel kehrten auf den Priwall zurück und nisteten im Schutz der sich gut verteidigenden Kiebitzpopulation. So zum Beispiel der Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) und viele Flussregenpfeifer (Charadrius dubius). Erstmals seit den 1960er Jahren brüteten 2020 auch wieder zwei Rotschenkelpaare (Tringa totanus) auf der Priwallwiese.

Wadensäger (Watvogel) mit orangefarbenen Beinen watend im flachen Wasser
Auch Rotschenkel brüten wieder auf der großen Wiese im Naturschutzgebiet
Freiwillige füllen mit Schubkarren und Schaufeln einen Teich in einer Wiese, Hund schaut zu
Ein handgefertigter Damm soll das Wasser im Frühjahr länger auf der Wiese halten
Junges Regenpfeifer-ähnliches Watvogelküken im Schlamm am Ufer
Ein junger Kiebitz erkundet sein Revier
Hand hält gezeichnetes Vogel-Ei, Messschieber zeigt Durchmesser 47,3 mm
Die Kiebitzeier werden vermessen, um den möglichen Schlupftag zu berechnen
Flussseeschwalbeninsel in der Pötenitzer Wiek

Was für eine Transformation: Aus dem gesprengten Anleger des Luftwaffen-Zeugamtes am Ostufer der Pötenitzer Wiek wurde durch gemeinschaftliche Anstregung ein unersetzliches Habitat für eine der Vogelarten, deren hiesige Bestandsentwicklung durch den Klimawandel besonders negativ betroffen sein wird.

Mit Mitteln des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums und in Kooperation mit der Lübeck Port Authority und der Lübecker Naturschutzbehörde konnten wir ihn 2009 vom Festland trennen, aufgebaggern und zu einer 1200 Quadratmeter großen Kiesinsel für Flussseeschwalben (Sterna hirundo) umfunktionieren. Die erhoffte Wirkung stellte sich sehr schnell ein: Bereits im Sommer 2010 wurden die ersten drei Flussseeschwalbenküken in dem neuen Lebensraum gesichtet. Umso bemerkenswerer ist der Erfolg vor dem Hintergr, dass dies der erste Brutnachweis dieser Art in Lübeck seit 45 Jahren war. Inzwischen beherbergt die Insel mit jährlich über 100 Brutpaaren eine der größten Flussseeschwalbenkolonien der deutschen Ostseeküste und dient zudem als Rast- und Nahrungshabitat vieler weiterer Vogelarten wie beispielsweise Singschwan (Cygnus cygnus), Gänsesäger (Mergus merganser) und unzähligen Kormoranen (Phalacrocorax carbo).

Während der Sommermonate bietet die Naturwerkstatt Priwall regelmäßig Fahrten mit ihrem Arbeitsboot „Hyla“ zur Insel an, während denen die Besucher das wuselige Treiben auf dem Eiland beobachten können. Und nach der Brutzeit helfen uns jedes Jahr Schüler des Lübecker Trave-Gymnasiums dabei, die Insel zu entkrauten und somit optimale Brutbedingungen für die folgende Saison zu gewährleisten.

Brandseeschwalbe mit schwarzem Kopf sitzend auf einem Felsen am Wasserufer
Jedes Jahr brütet eine große Flussseeschwalbenkolonie auf der Kiesinsel in der Pötenitzer Wiek.
Kleines geflecktes Küken mit orangefarbenem Schnabel und Füßen auf Felsen
Ein Flussseeschwalbenküken auf der Insel.
Einmal im Jahr wird die Insel von Lübecker Schülern entkrautet.
Mit dem Arbeitsboot „Hyla“ können Interessierte während des Sommers zur Insel fahren.
Webcam auf der Flussseeschwalbeninsel

Die Webcam ermöglicht es uns, einen Einblick in das Brutgeschehen auf der Insel zu erhalten, ohne die Tiere zu stören. Sie ist ein unerlässliches Hilfsmittel, um sowohl Vorkommen als auch Anzahl der einzelnen Vogelarten zwecks wissenschaftlicher Auswertungen beobachten und auswerten zu können. 

Nachdem „regiobranding” – ein Forschungsprojekt zwischen der Leibniz-Universität Hannover, der Stadt Lübeck und weiteren Partnern – sich zur Finanzierung des Projektes bereiterklärte, nahm unser Plan im Frühjahr 2017 erstmals Gestalt an. Nach vielen Diskussionen und Abwägungen fiel die Entscheidung auf eine PTZ-Kamera (Pan-Tilt-Zoom; de.: schwenken-neigen-zoomen), die eine gute Bildqualität selbst bei schwierigeren Sichtverhältnissen versprach. Ausgestattet mit einem Solarmodul, mehreren Akkus und einem Solarregler ging die Kamera am 8. Juli 2018 in Betrieb und liefert seitdem einzigartiges Beobachtungsmaterial und fantastische Bild- und Videoaufnahmen, die in der Naturwerkstatt bestaunt werden können.

Im April 2025 haben haupt- und ehrenamtliche Vereinsmitarbeiter eine Neuinstallation der Webcam vorgenommen: Ihr Mast ist nun klappbar und die Kamera fängt nicht nur eine etwas weitere Perspektive als zuvor ein, sondern ermöglicht auch eine bessere Beobachtung der Ostseite der Insel. 

Drei Männer installieren Solarpanel und Kamera an Pfosten neben Gewässer, Sperr-Schild sichtbar
Wartung der Webcam auf der Flussseeschwalbeninsel.
Seeadler sitzt auf Felsen am Ufer, Blick zum ruhigen Meerrauch
Auch dem Seeadler ist die Webcam nicht aufgefallen.
Düneninsel und Windwatt in der Pötenitzer Wiek

Die Schaffung der Flussseeschwalbeninsel und die damit unmittelbar ermöglichte Rückkehr dieser bedrohten Art haben uns verdeutlicht, dass der Priwall und seine wasserreiche Umgebung eine enorme Bedeutung für Küstenvögel haben, sofern geeignete Brut- und Rastplätze vorhanden sind.

Um neben den Flussseeschwalben auch den vom Aussterben bedrohten Zwergseeschwalben (Sternula albifrons) und anderen gefährdeten Küstenvögeln – wie etwa dem Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula), dem Austernfischer (Haematopus ostralegus) und dem Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) – ein Brutgebiet bereitzustellen, soll in der Pötenitzer Wiek zusätzlich eine flache Sandinsel aufgespült werden. Sie soll als Ersatz für die infolge der Flussregulierung verloren gegangenen Salzwiesen, Sandbänke und Windwatten dienen. Ihre weitere Formung mit typischen Küstenstrukturen wie Strandwällen, Kiesflächen und Salzwiesen soll dann bei vorausschauender Planung von den vor Ort wirkenden Naturkräften weitgehend selbst übernommen werden.

Mit der Düneninsel würden nicht nur Brutplätze entstehen: Die Anhebung des Gewässergrundes aus der sauerstofffreien Tiefenzone in die höheren, sauerstoffversorgten Wasserschichten würde eine Verbesserung der ökologischen Verhältnisse für die Unterwasserfauna und -flora zur Folge haben. Dadurch würde ein bedeutendes Habitat entstehen, das nicht nur die örtlichen Brutpopulationen versorgen, sondern auch Rast- und Nahrungshabitat für viele durchziehende Watvögel sein würde. 

Die erste Aufspülungskampagne soll im Winter 2027/2028 erfolgen.

Gezeichnete Karte einer Insel mit Windwatt, Priwall, Schüttkegel, Salzwiesen und Dünen
Planungszeichnung der Düneninsel.
Flaches Flussufer mit sandiger Landzunge, Schilf und Baumreihe im Hintergrund
Eine kleine angespülte Insel bei Prerow auf dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern. Ähnlich könnte die geplante Insel in der Pötenitzer Wiek aussehen.

Aktuelles

tote Kegelrobbe mit aufgerissenem Kopf und zwei Personen mit Handschuhen am Fundort im Schnee

Tote Kegelrobbe am Priwallstrand

27. Januar 2026 — Nur zwei Wochen ist es her, dass wir euch hier Fotos eines toten Schweinswales gezeigt haben, der am Ufer des Priwalls angespült worden war. Er war – vermutlich im ...
Wildcamera

Neues Waldprogramm für Grundschulen in der Naturwerkstatt Priwall

25. Januar 2026 — Seit dem Herbst letzten Jahres sind zwei dritte Klassen der Stadtschule Travemünde Dauergäste bei uns. Als längerfristiges Projekt lernen die Schüler im Rahmen ...
toter Schweinswal liegt auf einem Metallgitter neben einem Geländewagenrad im Schnee

Trauriger Fund am Priwallufer

13. Januar 2026 — Dieser tote Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) wurde vor zwei Tagen am westlichen Ufer des Priwalls entlang der Trave gegenüber des Skandinavienkais angespült. Sowohl ...
Drei Verkäuferinnen stehen vor einer geschmückten Weihnachtsmarkt-Hütte mit Warenstand

Es weihnachtet in Lübeck

10. Dezember 2025 — „Durch die geschmückten Straßen zieht wieder dieser Duft, Tausend unerfüllte Träume liegen in der Luft. Und in all dem bunten Treiben…“  …steht die Naturwerkstatt ...
Schwarzer Nisthohlkasten für Gänsesäger an einem Baum mit Leiter und kahlen Bäumen im Hintergrund

Gänsesägernistkästenkontrolle

9. Dezember 2025 — Auch um diese Jahreszeit gibt es im Naturschutzgebiet „Südlicher Priwall“ allerhand zu tun. Unsere Ehrenamtler Günter und Hans Christian waren heute beispielsweise zwischen ...
Ziegen auf einer Fähre mit zwei lächelnden Begleiterinnen im Freien

Frauen, die auf Ziegen starren

16. Oktober 2025 — Unsere beiden FÖJlerinnen Mary und Lena waren heute auf besonderer Mission unterwegs. Sie transportierten zusammen mit Landschaftspfleger Thomas auf unserem Arbeitsboot ...
Nach oben scrollen