Na, wen haben wir denn da?
27. Februar 2025 — Als wir heute die Gartentür der Naturwerkstatt aufschlossen, saß mitten auf den Steinplatten davor diese Erdkröte (Bufo bufo).
Wir waren anfangs etwas überrascht, immerhin war es ziemlich kühl. Doch die größte europäische Krötenart ist durchaus ein Frühaufsteher: Zur kalten Jahreszeit verkriecht sie sich an frostfreien Orten – beispielsweise Komposthaufen, Laubhaufen, Baumwurzeln oder feuchten Erdlöcher – und verfällt dort in Winterstarre. Dabei sind die Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung auf ein Minimum herabgesetzt und der Stoffwechsel kommt nahezu zum Erliegen.
Bereits Anfang März erwacht sie jedoch und begibt sich auf die bis zu drei Kilometer lange Wanderung zu ihrem Laichgewässer (und eigenem Geburtsort). Die Bedingungen für das Aufwachen und nahezu gleichzeitige Losmarschieren lassen sich in drei Punkte zusammenfassen: rund 10 °C Außentemperatur, Regen und Dunkelheit. Offenbar war unser Exemplar durch die wärmeren Tage zuvor wachgekitzelt worden; das wechselwarme Tier selbst war allerdings noch sehr kalt.
Denkt übrigens bitte immer daran, Amphibien nicht mit bloßen Händen zu berühren. Ihre Haut ist nicht nur sehr dünn, sondern auch permeabel, also durchlässig. Das ermöglicht den Tieren unter anderem die Hautatmung (Perspiration) und die Wasseraufnahme. Gerade der letzte Punkt erleichtert allerdings auch die Aufnahme von Giften über die Haut. Unsere Hände sind übersät mit Keimen – daher sollten wir versuchen, diese nicht auf die Amphibien zu übertragen.