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Dummersdorfer Ufer
Der Hirtenberg
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Blick auf den Hirtenberg |
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Baltischer Enzian |
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Die weit in die Trave-Förde vorspringende Hirtenberg-Halbinsel ist zugleich Kernstück des an Besonderheiten reichen
Naturschutzgebietes „Dummersdorfer Ufer“. Der andere Name „Stülper Huk“ ist die maritime Bezeichnung der Seefahrer und Fischer für die
hakenartige Sandnase der Halbinsel.
Noch bis in die 1950er Jahre überzog eine geschlossene Besenheide den baumlosen Hirtenberg. Heute prägen kurzrasige, trockene Grasfluren
das Gesamtbild des eiszeitlichen Geschiebesandhügels. Die erste kräftige Farbnote wird im Frühjahr durch den Knolligen Hahnenfuß geprägt,
wohingegen die zarten Blautöne von Kreuzblümchen, Hain-Veilchen und Gamander-Ehrenpreis zurücktreten. Besonders selten ist der hier
wachsende Baltische Enzian. Hier findet sich zudem der Lebensraum seltener Nachtfalter, der Zauneidechse aber auch seltener Vögel wie
Wiesenpieper, und Sperbergrasmücke.
Das zur Erhaltung der schützenswerten, blumenbunten Magerrasen notwendige Zurückdrängen der Büsche durch Rodung von Hand und das
Abtragen der Streuschicht ist aus den knappen Naturschutzmitteln nicht zu finanzieren. Deshalb ist es so wichtig, dass die vom
Landschaftspflegeverein wieder eingeführte traditionelle Nutzung durch Beweidung mit Schafen und Ziegen weiter konsequent betrieben wird.
Ballastberg und Treidelpfad
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Blick vom Kesselbusch traveabwärts und zum mecklenburger Ufer |
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Wie aus den Flurnamen anschaulich hervorgeht, haben die Hänge stromaufwärts vom Stülper Huk ihr Gesicht der früheren
Traveschifffahrt zu verdanken. So nutzten im Mittelalter leer in die Ostsee auslaufende Schiffe den Kies am Travesteilufer als Schiffsbalast.
Die Entnahmekuhlen sind noch heute als Bodendellen erkennbar („Ballastberg“). Bei Windstille mussten die Boote von Land aus gezogen (getreidelt)
werden.
Dieselben Hänge wurden außerdem schon seit Jahrhunderten bewirtschaftet, indem Schafe, Ziegen oder Rinder durch die abgeholzten Niederwälder
getrieben wurden. Infolge derartiger Weidewirtschaft konnten kaum große Bäume, geschweige dicht geschlossene Hochwälder aufkommen.
Diese Faktoren schufen zusammen einen Lebensraum für Wärme und Licht liebende Pflanzen- und Tierarten, wie z.B. die Berg-Silge, der
Zwerg-Schneckenklee oder das seltene Nelkenköpfchen.
Um den einmaligen landeskundlichen und naturschutzrelevanten Wert dieses Teils des Traveufers für kommende Generationen zu bewahren,
ist auch hier die Aufrechterhaltung der traditionellen Beweidung mit Schafen und Ziegen, und zwar gezielt je nach Jahreszeit und Biotopzustand,
besonders bedeutsam.
Naturnahe Wälder im Norden des Dummersdorfer Ufers
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Pfirsichblättrige Glockenblume |
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Nördlich vom Hirtenberg wird der Hang von einem Wald eingenommen, der bis heute als Niederwald bewirtschaftet wurde, jetzt
aber Züge eines Hochwaldes aufweist. Neben Hainbuche und Hasel ist hier die Stieleiche häufig zu finden. Das dichte Laubdach bedingt für
Bodenpflanzen wenig Licht, im Frühjahr gibt es jedoch viele Frühblüher, die andernorts schon sehr selten geworden sind. Schon zeitig überrascht
das Leberblümchen zwischen dem brauntrockenen vorjährigen Laub mit seinen blauen Blüten. Das zarte gelb-grün des Wald-Goldsterns fällt dagegen
weniger auf. Vereinzelt zeigen sich die dottergelbe Duftende Schlüsselblume und die von blau bis rot gefärbten Blüten des Lungenkrautes. An
feuchten Stellen behauptet sich die schwefelgelbe Hohe Schlüsselblume, etwas später entfaltet der Aronstab seine eigenartige Fliegenkesselfalle.
Ab Mai blühen dann noch weiß das Feuchtwälder bevorzugende Christophskraut und die Vielblütige Weißwurz mit ihrem am Spross hängenden Glöckchenblüten.
Uferzonen – Meeresstrand im Binnenland
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Stranddistel |
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Der Einfluss des Meerwassers der Ostsee reicht einige Meter landeinwärts. Das halten nur Pflanzen aus, die Anpassungen an
Wechselbäder besitzen. So haben niedrige, mit fleischigen Blättern ausgestattete Polsterpflanzen als Pioniere diese Zone erobert, wie z.B.
die Salzmiere das Meerstrand-Milchkraut, der Meersenf oder die Salz-Aster.
Auf bereits dem direkten Wellenschlag entzogenen, etwas höher gelegenen Strandwällen wachsen als besondere Kostbarkeit die letzten
Stranddisteln der Lübecker Bucht.
Für solche Strandpflanzen sind Reiten, Lagern und der Badebetrieb die größte Gefahr. Sie finden nur noch in völlig vor dem Menschen
geschützten Strandbereichen letzten Lebensraum, so wie auch viele an den Strand als Bruthabitat gebundene Vogelarten nur hier die nötige
Ruhe zur Aufzucht ihrer Jungen finden.
Wir bitten Sie als Besucher Rücksicht auf die hier besonders sensible Tier- und Pflanzenwelt zu nehmen und sich an die gekennzeichneten
Wege und Bereiche zu halten. Leider meinen bis heute einige Hundebesitzer, Jogger oder FKK-Anhänger diese Grenzen überschreiten zu können und
zerstören sogar mutwillig unsere Abgrenzungen und Weidezäune.
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